GESCHICHTE DES BREZELFESTES

Was damals als Anhängsel zum Kirchhellener Schützenfest von den Unermüdlichen in der Gaststätte Pels in der Bräucke aus der Taufe gehoben wurde, ist heute zusammen mit dem Schützenfest ein großes Volksfest und über die Grenzen Kirchhellens bekannt. Seit 2003 gibt es auch einen Brezelbruder aus Bronze, der im Zentrum von Kirchhellen steht.

1883 war die Geburtsstunde des Kirchhellener Brezelfestes, dass wegen seiner Originalität und Volkstümlichkeit so beliebt ist. Eine Gruppe trinkfester "Dörper", die ausgiebig das Allgemeine Bürgerschützenfest gefeiert hatten, saßen Dienstags nach dem ersten Septembersonntag 1883 im Dorf beim Frühschoppen. Es schien ihnen nach den Tagen des Schützenfestes schwer zu fallen, den Weg ins normale Alltagsleben zurückzufinden und plötzlich stand eine Idee im Raum, die alle begeistert aufnahmen. Weinhändler Feldmann, Theodor Allekotte, Johann Schumacher, Franz Xanten und eine Handvoll weitere riefen aus: "Wir machen ein Stutenfest!"

Die alten Kämpfer marschierten zum Bäcker Kleppe und erstanden einen großen Stuten. Im Anschluss ging es in die Gaststätte Pels in der Bräucke. Auf dem Weg dorthin knallten die Jungs Pottdeckel zusammen und sorgten so selbst für die Begleitmusik bis Pels. Dort angekommen wurde, an einer etwa sechs Meter langen Stange, der Stuten aufgerichtet und schon bald hatten sich über fünfzig Pohlbürger eingefunden, die sich als Stutenwerfer versuchten. Als Wurfgeschosse dienten gewöhnliche Feldsteine. Jeder Teilnehmer zahlte 25 Pfennig, der Erlös sollte dem "Stutenkönig" zur Verfügung stehen, damit er seine Untertanen bewirten konnte.

Viele bewarben sich um die Königswürde und so setzte ein regelrechter Wettstreit ein. Schließlich war es der Anstreichermeister Franz Xanten, der nach kräftigem und wohlgezieltem Wurf die Reste des Stutens von der Stange pöhlte. Zum ersten Kirchhellener Stutenkönig proklamiert, wählte sich der stolze Monarch das Fräulein Lisette Otterbeck zur Königin. Diese wurde für das Vorhaben bei der Hauswäsche überrascht. In aller Eile wurden noch einige Ehrendamen ernannt, jeder eingetragener Stutenwerfer erhielt den "Xantenschen Hausorden" in Form von einem Brezel am Bande und gleich darauf ging es in einem Zug durch das Dorf.

Seit diesem Ereignis wird das Brezelfest einen Tag nach dem Schützenfest alle drei Jahre gefeiert. Am Besten man überzeugt sich selbst von der Stimmung und stattet Kirchhellen am ersten Septemberwochenende zum Brezelfest einen Besuch ab und feiert mit.